Wir stellen uns vor

Ohne Musi geht nix – und ohne gute Laune auch nicht!

Hausener Musiker und Ihre Traditionen

Ein friedlicher Samstagmorgen in Hausen an der Rot. Halb sechs Uhr morgens. Vor der kleinen Bäckerei ein Menschenauflauf. 15 Leute gleichzeitig stürmen den Laden und stürzen sich auf Brezeln und Kaffee. Jedes Jahr am Fronleichnam-Wochenende dasselbe Bild. Nach einer langen Nacht auf dem Sommerfest des Musikvereins Hausen/Rot geht es für die Nachtwache und die Nachtschwärmer nicht heim, sondern erst mal frühstücken. Das ist Tradition. Und davon hat unser Verein viele.

Rückblick, 7 Tage früher, Samstag Abend: Der Festplatz ist leer, eigentlich sollte das Zelt längst stehen. Der Lkw lässt sich dieses Jahr mal richtig Zeit. Wie sollen wir das bloß noch hinkriegen? SOS-Signale per Internet, Telefonketten, aber auch schlichtes Abfangen von jedem der auch nur zufällig vorbeikommt, sei Dank: Fast 50 Männer und Frauen warten seit Stunden auf den Lkw mit dem Zelt. Aktive und passive Mitglieder, Nicht-Mitglieder, Zimmermänner, Lkw-Fahrer, Beamte, Rentner, Hausener, andere Rottäler und sogar ein Stuttgarter. Über mangelnde Unterstützung in der Bevölkerung können wir uns wahrlich nicht beklagen! Und gemeinsam haben wir es natürlich wieder gestemmt. Am Sonntag kann bereits der Innenausbau beginnen. Und das Fest startet pünktlich am Donnerstag mit dem Gottesdienst, während im Hintergrund schon die heimlichen Stars des Festes brutzeln: die Göckele… Einfach legendär.

Noch weiter in die Vergangenheit: Auch eines der größten Zeltfeste der Region hat mal ganz klein angefangen. Ferdinand Krieger, jahrzehntelang Musiker des Vereins erinnert sich: „Zwei Pritschenwagen aneinander geschoben, das war die Bühne. Ein paar Schrannen davor. Bierausschank. Mehr nicht. Aber schee war’s!“

Ohne Frage, das Sommerfest ist DAS Highlight für unseren Verein. Aber auch für das ganze Dorf. 4 bis 5 Tage Aufbau, 4 Tage Fest, 1 Tag Abbau. Zu wenig Schlaf, viel Arbeit, noch mehr Spaß. Und wir freuen uns jedes Mal wieder aufs nächste Jahr – wenn wir ausgeschlafen haben.

Das ist nur eines der Events, mit dem wir das Dorf beleben: So manche „Schnapsidee“ wurde zur Tradition. Nebenbei bemerkt, diejenige, die diese Ideen meist hat, trinkt gar keinen Alkohol … Schönes Beispiel: Der Weihnachtsmarkt. „Das probieren wir einfach mal, was brauchen wir?“ Immer noch klein und überschaubar, aber immer gut besucht, gemütlich und aus Hausen nicht mehr wegzudenken. Tradition, sie erinnern sich?

Beim Hausener Verein läuft das so: „Wenn wir was drei Mal gemacht haben, ist es Tradition. Dann gibt es das immer. Basta.“ 

So ist es nun auch Tradition, dass am Faschingsdienstag „Rot-Ratten“ musikmachend durch Hausen und Oberrot ziehen und die Narren auffordern, sich zu maskieren und den Kehraus zu feiern. „Rot nuff – Rot na, Tatüü – Tataa, Rot nei – muss sei“, wenn Sie diesen Schrei hören, dann sind wir nicht mehr weit.

Neue Ideen haben wir öfter: Eine für ein Bier ersteigerte Dreschmaschine war Grund genug, ein kleines Festle mit Flammkuchen und Gulaschsuppe zu machen. Und weil es im Januar irgendwie noch so gar kein Festle gab, machen wir eben unser Schlachtfest.

Jedes Jahr gehört auch eine Wanderung zu unseren Traditionen. Dabei erkunden wir die Region. Nicht selten enden diese Unternehmungen im Schwimmbecken eines Mitglieds – in voller Montur natürlich. Zum jährlichen Ausflug nehmen wir aus alter Gewohnheit unsere Instrumente mit. Gemeinsam und spontan Musik zu machen macht einfach Spaß.

Bei einem unserer Volksfestbesuche dagegen hatten wir dummerweise keine Instrumente dabei, dafür 85 Minuten Stillstand auf dem Backnanger Bahnhof, nachts um halb eins. Langweilig, schlafen? … Nö. Nicht mit uns. Dann singen wir eben. Übrigens, mit ausdrücklicher Aufforderung des Schaffners: „Singt weiter, das beruhigt die Leute.“

Da sind wir nun am eigentlichen Thema: Musik, die uns alle verbindet. Zugegeben, Wertungsspiele und Musik auf Oberstufenniveau – dafür sind wir nicht bekannt. Wollen wir auch gar nicht. Wie stand es mal auf einem Plakat „Nachmittags unterhält Sie der MV XY, für Stimmung sorgt der Musikverein Hausen/Rot“. Genau. Gute Laune. Stimmung. Herzlichkeit. Freude am Spielen. Ein bunt zusammengewürfelter Haufen, der gern mal ein bisschen Chaos verbreitet – auch in der Landeshauptstadt.

Aber wir können auch anders – wenn wir nur wollen. Das haben wir in den letzten Jahren bei unseren Konzerten, bunten Abenden oder dem Rundschau-Cup bewiesen. Auch mehrere Gottesdienste wurden von uns musikalisch umrahmt. Die Aufführung der Missa Katherina hat sogar so gut gefallen, dass wir nach Marbach eingeladen wurden, um sie dort noch einmal zu spielen.

Dann war aber auch mal genug mit Ernst, was Fröhliches musste her: Unterstützt vom Chor der Grund- und Werkrealschule Oberrot, der Kindergartenkinder von Sankt Michael, der Turngruppe des FCO und einigen Solokünstlern war es im Februar soweit, der Zirkus Kriminale öffnete seine Türen. Die Kultur- und Festhalle sprang aus allen Nähten, so viele Zuschauer waren gekommen. Aber wir hatten ja auch echte Attraktionen! War gar nicht so einfach, einen Löwofanterus einzufangen, das können Sie uns glauben …

Die Erwachsenen und vor allem die Kinder und Jugendlichen waren begeistert und mancher hat sicher Lust bekommen, ein Instrument zu lernen. Möglichkeiten ein Instrument auszuprobieren gibt es übrigens direkt beim Musikverein Hausen/ Rot e.V. Melden Sie sich einfach bei uns.
Sie spielen schon eines? Na dann kommen Sie doch einfach zur Probe vorbei: Freitags, 20 – 22 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Hausen.

Trotz der heutzutage unglaublich vielen Freizeitangebote, gibt es noch immer Musikbegeisterte zwischen 8 und 80, die Musik machen für cool halten und Instrumente lernen. Unsere Jungmusiker üben mit Feuereifer und freuen sich über die vielen Aktionen, die ihnen der Verein bietet. Erste eigene Auftritte haben sie bereits hinter sich. Weihnachtslieder spielen sie nicht nur auf dem Weihnachtsmarkt. Am vierten Advent ziehen die Jungmusiker durch die Hausener Teilorte und stimmen die Bevölkerung auf besinnliche Feiertage ein. Auch so eine Tradition: Wir werden von den Zuhörern verpflegt, mit Kinderpunsch und selbstgebackenen „Bredle“.

Nach dem Auftritt auf dem Hausener Fest gab es dann zum Beispiel auch einmal eine Poolparty und einen Kinoabend mit dem Film „Blues Brothers“. Schließlich üben unsere Nachwuchskünstler auch diese Kulthits. Und sind sofort infiziert. Stimmung. Gute Laune. Freude am Spielen. Wie die Großen. Bei allem Spaß kommt natürlich auch bei uns eine kompetente Jugendausbildung mit Einzel- und Gesamtproben nicht zu kurz, die D-Lehrgänge als Ziel immer im Blick.

Anfang November steht jedes Jahr noch einmal ein großes Event vor der Tür. Die Jugendfreizeit der Hausener „Jumus“. Ehemalige Teilnehmer kriegen ein Leuchten in die Augen, wenn sie an frühere Freizeiten denken. Kriegen unsere zukünftigen Teilnehmer danach auch. Versprochen.

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